...und plötzlich diese Stille – Flüchtlinge im Portrait

Die Granaten von Damaskus und Aleppo. Die Rufe der Sittenpolizei im Iran. Die Raketenangriffe auf die benachbarten Taliban. Und das Klatschen der Wellen gegen das Schlauchboot. Viele der gut 300 Flüchtlinge, die in der westfälischen Gemeinde Wadersloh angekommen sind, haben den Terror des Krieges und der Flucht noch in den Ohren. Auf den Dörfern erleben sie plötzlich wohltuende Stille. Doch zugleich kommt ihr Leben zu einem Stillstand.

Ausstellungseröffnung: 20. April 2016 im Rathaus der Gemeinde Wadersloh. Alle Veröffentlichungen online und in der Ausstellung sind genau mit den Flüchtlingen abgestimmt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass einige Details und Geschichten weggelassen wurden, um die Familienmitglieder in den Herkunftsländern nicht zu gefährden.

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18. April 2016

Hummus und Apfelkuchen – dicke Freundschaften in Liesborn-Göttingen

Teil der Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille”, ab 20. April 2016 im Rathaus Wadersloh >>

Als der Fliegeralarm losging, konnten sich Samer* und Gazi* gerade noch retten, bevor ihr Haus in Trümmern lag. Heute leben Vater und Sohn in Liesborn-Göttingen und fürchten um ihre Familie, die in Syrien zurückbleiben musste.

18. April 2016

Verfolgt von den Taliban – Eine afghanische Großfamilie in Liesborn

Teil der Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille”, ab 20. April 2016 im Rathaus Wadersloh >>

In Deutschland darf Kainat zum ersten Mal seit Monaten wieder zur Schule gehen. Ihre Familie floh aus einem abgelegenden Paschtunen-Dorf, in dem noch immer die Taliban das Sagen haben – und ihr verboten das Haus zu verlassen. In Liesborn finden die elf schnell Anschluss, denn sie sind begeisterte Fußballspieler. Außer die einjährige Sana, die sich lieber auf den Ball setzt als dagegen zu treten.

17. April 2016

Verrückt vor Sorge – Syrische Männer in Wadersloh

Teil der Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille”, ab 20. April 2016 im Rathaus Wadersloh >>

Sulyman ist wütend. Wütend auf sich selbst, weil er nichts tun kann als “schlafen, essen, trinken” – in einem Haus mit 40 anderen Männern voller Sorgen. Und wütend auf die Behörden. Sechs Monate sind seit seinem Asylantrag verstrichen; sechs Monate, in denen seine Frau und seine kleinen Kinder zwischen den Fronten ausharren und auf ein Visum zur Familienzusammenführung warten. Was, wenn der Krieg schneller ist als die Behörden?

16. April 2016

­Das erste Weihnachtsfest – Iranische Christen in Diestedde

Teil der Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille”, ab 20. April 2016 im Rathaus Wadersloh >>

Farkhondeh*, Kurosh und ihre beiden Töchter wurden verraten. Während ihres Urlaubs drangen die Iranischen Revolutionswächter in ihr Haus in Teheran ein und fanden Engelfiguren und Kreuze, Beweismaterial. Als Christen wären sie bei der Einreise sofort verhaftet worden. Ein Schleuser-LKW war ihre Rettung – und wäre doch beinahe ihr Ende geworden.

14. April 2016

“Wir wollen kein Asyl, sondern Arbeit” – Junge Albaner in Diestedde

Teil der Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille”, ab 20. April 2016 im Rathaus Wadersloh >>

Marjeta und ihre Freunde sind keine Flüchtlinge – und haben dennoch Asyl beantragt, weil sie keinen Visumsantrag stellen können. Sie stammen aus einem so genannten “sicheren Herkunftsland”, Albanien, und können jederzeit abgeschoben werden. Um ihre Familie von Krankenhausschulden zu befreien, wollen sie in Deutschland Geld verdienen. Jobzusagen haben sie schon, doch die Arbeitserlaubnis steht noch aus.

10. April 2016

Flüchtlinge sind Überlebende – warum dieses Fotoprojekt?

Grußwort zur Fotoausstellung “…und plötzlich diese Stille” >>

“Ich bin in dem Gefühl aufgewachsen, dass Deutschland nach der Shoah ein neues Land geworden ist. Das hat sich mit den Brandanschlägen, AfD und Pegida geändert. Einige EU-Staaten haben mit mehr Geld und Euphorie Grenzzäume gebaut als Menschen zu helfen, die den Schergen entkommen sind. Welche Armutserklärung, wenn wir Menschen so schlecht behandeln, dass sie freiwillig zurückkehren, weil der Krieg in ihrem Heimatland nicht so feindselig ist wie unser Fremdenhass.”