Knollen, Krabben, Kräuter – Wie die Adivasi den Wald zurückerobern

In Jomi Pacharins Bergdorf kommen nur Schuldeneintreiber und Verkäufer. Ärzten, Lehrern und Regierungsbeamten ist der Fußweg zu den Ureinwohnern zu beschwerlich; viele Paharia sterben an Mangelernährung und Krankheiten. Als zum ersten Mal Welthungerhilfe-Mitarbeiter das Dorf betreten, bleiben Jomi und ihre Nachbarn in den Häusern, misstrauisch – bis sie merkten, dass diese Fremden kein Geld wollten.

veröffentlicht im Magazin der Welthungerhilfe 1/2017 >>


Rupam Roy hockt vor einem Campingkocher und brät Rührei – Frühstück für die Welthungerhilfe-WG am Fuß der Raj Mahal-Berge. In der abgelegensten Station in Indien beginnt und endet der Tag mit dem Glockenläuten der Wasserbüffel, die morgens zu ihren Feldern getrieben werden und abends von dort zurückkehren. Für den 43-jährigen Betriebswirt und seine Kollegen gibt es weder Strom noch  Internet für die langen Nächte. „In meiner ersten Arbeitswoche dachte ich: Wo bin ich hier bloß gelandet?“ sagt Rupam. „Fast hätte ich gekündigt.“

“Fast hätten wir die Städter wieder zurückgeschickt“, sagt einige Kilometer weiter Jomi Pacharin. Dass die Ureinwohnerin und der Betriebswirt sich trotzdem begegneten und heute den Hunger bei den Bergvölkern bekämpfen, ist ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Knollen, Krabben und Kräuter zu verdanken.

Jomi Pacharin gehört zu den Sauria Paharia, einem Stamm der indischen Ureinwohner (Adivasi). Vor der Kolonialzeit beherrschten sie die gesamte Region. Als sie sich weigerten mit den Briten zu kooperieren, drängten die Kolonialherren sie auf die trockenen Bergkuppen zurück und „verschenkten“ das fruchtbare Land in den Ebenen an einen konkurrierenden Stamm, die Santhal. …

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Ich habe die Indien-Projekte Ende 2016 besucht und dabei unter anderem diese Multimediareportage mitgebracht. Und ein Rezept für Jomi Pacharins Lieblingsessen:

Linseneintopf (Dal) mit Gemüse und Hirse

Chili, Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln und Kreuzkümmel in einer Pfanne anbraten; Gemüse hinzufügen und weiterbraten. (Jomi wählt Straucherbsen, Bohnen und Kürbis, aber auch Tomaten, Zuckerschoten und Möhren machen sich gut.) Pro Person 50-100g rote oder gelbe Linsen hinzufügen und mit so viel Wasser ablöschen, dass das Gemüse knapp bedeckt ist. 20-30 Minuten kochen lassen, bis die Linsen breiig sind. Mit gekochter Hirse und frischem Koriander servieren; Jomi gibt außerdem noch Mango Pickle aus ihrem Garten (im Glas zu kaufen) dazu.